Frühling, ja du bist’s!

Es ist Februar, recht warm.
Gestern hatte es noch 15°C!
Das bewegt einige meiner Mitbürger zu nicht wirklich überraschender Extrovertiertheit.
Und mich, ein altbekanntes Mörike-Gedicht zu zitieren:
„Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte“
Nebenbei auch die braun, orange geblümten Röcke einiger Damen und enthült bestenfalls presswurstpellenartige Leggins (bestenfalls schwarz).
Wer sich’s leisten kann geht als Toastbrot. Nicht blau meist violett, gold gestylt.
Und der Weihnachtsschmuck, dient all jenen bei denen das Solarium den Geldbeutel leerte nun als Ohrring-Ersatz.
„Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land“
Ich ahne allerdings nur Bratwurst und McDoof.
Ausschlaggebend dafür das besagte Leggins eben presswurstpellenartig wirkt.
Es scheint die Deutschen sind duldsam.
Der Partner darf ruhig fett werden. Es zählen doch sowieso die inneren Werte.
Wer innerlich schön ist, gleicht trotz aller optisch konträren Argumente einer Blume.
„Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!“
Und das Handy meines Bahnnachbarn.
Liebenswürdig wie der Kleine so zu sein scheint, informiert er mich gratis über das Neueste in Sachen Hiphop.
Sagte nicht schon Holmes, dass überflüssige Information nur den Platz für Wichtigeres verbrauche?
Der kleine, den ich im ersten Moment noch bemitleidete, ob seiner Stummelbeinchen, bis mein Blick höher wanderte und unfreiwillig Zeuge einer blau karierten Unterhose wurde strahlt mich an.
So klein ist er eigentlich nicht.
Vielleicht zwei Jahre jünger als ich und zwanzig Zentimeter größer.
Seine Nase ist von einem Pflaster bedeckt, wie ich es nur von Schlägern kenne, aber ein so netter Bursche schlägt sich sicher nicht.
Er ist ein ehrenwerter Mann. Das sind sie alle, alle ehrenswert!
Die Bahntüren öffnen sich und eine weitere Brise Bratwurst-Burger-Channel-Luft kitzelt meine Nase.
„Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!“

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