Harald Schmidt: Der Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv

Ich mag Harald Schmidt.
Besonders seine Playmobil Inszenierung eines Jünger Textes habe ich mir schon mehrfach angesehen.
Und als ich nun unlängst nach der Lektüre von Schillers „Die Räuber“, nach einem Unterhaltungsbuch suchte, kam ich nicht umhin Schmidts Kolumnen-Sammlung zu kaufen.
Im Gegensatz zu den Räubern fand ich schon am Vorwort großen Gefallen.
Herrn Schmidts Art die Menschen um sich, ihr teils scheinbar widersinniges Verhalten und die Absurditäten und Moden des 21. Jahrhunderts zu kommentieren reicht von belanglos bis genial.
Sicher trifft auch der charmante Fiesling nicht immer den richtigen Ton und ist manchmal schlicht gezwungen komisch, aber nicht selten muss man eben doch lächeln.
Ich war erleichtert – Ich gebe es offen zu – mich nicht allzu oft in seinen Beschreibungen wiederzufinden und konnte somit beinahe ohne bitteren Beigeschmack die Lästerei und Boshaftigkeit von Deutschlands letztem Komiker genießen.
Manchmal deckten sich die Sichtweisen, manchmal fühlte ich mich ertappt. In jedem Falle bot der schmale KiWi Band angenehme Entspannung zwischen Deutsch- und Englischklausur.
Belanglos oder doch zum Nachdenken anregend?
Herrn Schmidts Kollektion seiner Focus-Kolumnen ist sowohl das Eine als auch das Andere.
Es ist empfehlenswert, wie er selbst sagt zum Verschenken, aber, wie ich hinzufügen möchte durchaus auch zum Selberlesen.
Es ist leichte Lektüre mit ernsten Zwischen-den-Zeilen-Ideen und schwarzem Humor.
Und es ist von einem intelligenten Mann für halbwegs intelligente Menschen.
Quasi ein Gespräch bei Wein und Zigarette (Herr Schmidt erklärt uns ja ausgiebig, warum er passionierter Passivraucher ist…) in Buchform.
Lächeln garanitert

2 Antworten zu “Harald Schmidt: Der Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv”

  1. [...] cicero kwick liljan98 Celes Blog crille 80 (Gute Idee, die Kategorie "fast gute Bücher" – habe ich mir für meine [...]

  2. Sechs Gleichungen mit neun Unbekannten:

    (001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

    (044) Jesus sagte: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.

    (055) Jesus sagte: Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.

    (105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.

    (106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: „Berg, hebe dich hinweg!“, wird er verschwinden.

    (113) Seine Jünger sagten zu ihm: „Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?“ Jesus sagte: „Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: „Siehe hier oder siehe dort“, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.“ ***

    Eindeutige Lösung:

    Mutter = Summe aller Ersparnisse
    Hure = Finanzkapital
    Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
    Berg = Rentabilitätshürde
    Tod = Liquiditätsfalle
    Vater = Kreditangebot
    Sohn = Kreditnachfrage
    heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
    Königreich = Natürliche Wirtschaftsordnung

    Selbst wenn wir uns nur auf die obigen sechs Gleichnisse aus dem Thomas-Evangelium beschränken, existiert keine andere Möglichkeit, diese sinnvoll zu interpretieren.

    Wenn wir diese eine sinnvolle Interpretation als richtig ansehen, war der Prophet Jesus von Nazareth das größte Genie aller Zeiten, und er entdeckte tatsächlich die einzig denkbare Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.

    Wäre Jesus dagegen nichts weiter gewesen als der moralisierende Wanderprediger, zu dem ihn die „heilige katholische Kirche“ degradierte, wüssten wir heute nicht einmal, dass es jemals einen Propheten dieses Namens gegeben hat, denn die „Moral“ ist eine irrelevante Größe.

    Solange es überhaupt möglich ist, einen unverdienten Knappheitsgewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer zu erzielen, weil eine fehlerhafte Geld- und Bodenordnung die Gesellschaft prinzipiell in Zinsverlierer und Zinsgewinnler unterteilt, wäre selbst dann, wenn alle Menschen grundehrlich und auch noch hyperintelligent wären, der nächste Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung – unvermeidlich.

    Der Krieg konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    *** „Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.“

    Silvio Gesell, Herbst 1918, Vorwort zur 3. Auflage der NWO

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