Archiv für Februar, 2008

Das Abitur und die Arbeitslosigkeit

Veröffentlicht in Schule mit Tags , , , , , , am Februar 29, 2008 von celequickarts

9.01.
Freitag. Gefühlter Samstag.
Es ist erstaunlich wie schnell man das Gefühl hat, nicht mehr arbeiten zu können.
Ein Grund warum mein Kumpel und ich gestern Abend apathisch nebeneinander saßen und per 2-Finger-Tippen Parties für heute und morgen suchten.
Nebenbei recht erfolglos.
Im Raum B-W scheint es keine niveauvollen Grufti-Parties zu geben. Ich weiss nicht ob das anderswo besser ist.
Es tut auch nichts zur Sache.
Jedenfalls sitze ich nun hier – Eigentlich im Physik-Unterricht – und mein Kumpel im Büro und zumindest ich frage mich einmal mehr: Wozu?
Ist es das Abi im Vergleich zum Real-Schulabschluss wirklich wert, noch einmal 3 Jahre mehr durchzuhalten?
Gut, man kann studieren – Inzwischen sogar wirklich alles.
Bedeutet, man hat später vielleicht ein höheres Einkommen – Vorausgesetzt man hat eine Arbeit.
Ca 15 Schüler sitzen hier. Wieviele werden überhaupt später einen Job haben?
8? oder 12?
Und die anderen?
Sie werden umsonst 13 Jahre ihres Lebens dem Schulsystem geopfert haben.
Werden sich umsonst den vernichtenden Kommentaren mancher Lehrkräfte unterworfen haben.
So viele Migränegeplagte Morgende…
Oder ist vielleicht schon die Bildung allein der Zweck?
Ist allein schon die Möglichkeit ein solides Grundwissen von Mathematik bis Literatur anzusammeln wert, sich 13 Jahre lang jeden Morgen zusammenzuraufen?
Aber wer glaubt denn heute noch ein Abitur zertifiziere Bildung?
Wieviele Abiturienten sind mir schon untergekommen, die weder Anfangs- noch Enddatum des 2. Weltkriegs benennen konnten?
Also was ist das Abi wert?
Es garantiert weder Job noch Bildung, kostet Zeit Nerven und Selbstbewusstsein…
Gedanken an einem Freitag-Morgen, nach vier Leistungskurs-Klausuren und noch mehr Pauken…

Sich selber googeln…

Veröffentlicht in Konsum, Kultur, Menschen mit Tags , , , , , am Februar 27, 2008 von celequickarts

Habe mich grad mal selbst gegoogelt.
So etwas ist immer wieder für eine Überraschung gut.
Mein Blog unter dem Stichwort „celequickarts wordpress“ ergab einen Fremdlink:
http://www.deutscheblogcharts.com/newcomer/archiv/newcomer_ausgabe_55_vom_24_2_2008.html
(Platz 231).
Stichwort „Cele“:
Meine Myspace Seite auf Platz 3, Meine Homepage auf der 1. Seite.
Unter „Larissa Pychlau“ bei Google:
01. Schulprojekt (meine 5.)
02. Schulprojekt (meine 5.)
03. Künstlerportrait http://www.mindbreed.de/show_artikel.php?id=102
04. Schulprojekt (meine 12.)
05. Schulprojekt (meine 12.)
06. Link im Arbeitsfeld meines Vaters
07. Myspace Seite eines Künstlers mit dem ich zusammen etwas gemacht habe http://blog.myspace.com/agitatedradiopilot
08. Entfernte Verwandte
09. Entfernte Verwandte
10. Entfernte Verwandte
Ich würde sagen, ich bin nicht schlecht im Rennen.
Da frage ich mich doch: Wie kommen nur armseelige 300 Besucher auf meine Website??? Ganz zu schweigen davon, dass ich da ja auch reinzähle.
Bin ich nicht präsent genug im Web 2.0?
Wieso tauchte mein Youtube account nicht auf?
Was ist mit der Teilnahme an anderen Projekten?
werde ich nun doch nicht berühmt?
Mist!

Gedichtinterpretation: Scooter – Nessaja

Veröffentlicht in Kultur, Kunst, Musik mit Tags , , , , , am Februar 25, 2008 von celequickarts

Das Gedicht beginnt mit drei Paarreimen im Thema.
Wiegt uns noch in der Sicherheit klassischer Poesie.
Scheint liebevoll von einem verkorksten Leben zu erzählen mit Silberstreifen am Horizont.
Augenschimmertraurig verklingt die letzte Repitation, das zweiter „nie zu spät“.
Das Kind im Menschen ist nicht zu unterdrücken.
Doch wie groß muss der Schmerz gewesen sein, den das Kind erleiden musste?
Beinahe dadaistisch, zwischen Peter-Pan-Komplex und schriller Drogenfantasie gefangen erzählt der Sänger seine Gedanken.
Sie stimmen traurig, diese Fetzen innerlicher Durchhalteparolen.
Ein wackliger Kreuzreim führt uns in das erste Szenario, die Stimme wechselt von kindlich zu der eines Mannes.
Heiseres Brüllen erinnert uns an Alkoholexzesse und Krankheit.
Leid.
Es ist 3 Uhr nachts, zwischen Nacht und Morgen genau genommen.
Eine bemalte Kuh.
Die Kuh, Symbol der falschen Gottheit, der Sünde.
Das alttestamentarische Gold ist nur Farbe, nur eine Schicht. Leicht abzukratzen. Was mag darunter zum Vorschein kommen?
Der Sänger jedenfalls schreit auf, angesichts der Erkenntnis des falschen Götzen.
Du hälst uns nicht auf, fügt er hinzu. Nein ein Misserfolg, eine zerstörte Illusion reichen nicht, die Unschuld zu töten.
Die Menschen sind wundervoll.
Man meint beinahe, die zerstörte Seele zu sehen, den Satz, gleich einem Mantra immer wieder zu hören.
Das Kind schreit widerspenstig seine Träume hinaus.
Es ist ein tapferer Dschungel-Soldat. Es lässt sich nicht unterkriegen, es erträgt seine zerbrochenen Träume, rafft sich auf.
Ende der ersten Strofe.
Immer tiefer zieht uns der Protagonist in den Strudel seiner Fantasien.
Der Raketenwerfer stoppt dich.
Stichwort: Kriege? Kindersoldaten? Ein Hinweis auf die Furcht des Sängers vor den Schrecken der Realität? In seinem Nimmerland herrschen andere Gesetze.
Vogel und Flugzeug, Natur und Technik, Alt und Neu werden eines, harmoniert.
Kein Krieg, keine Umweltbedrohung.
David, Symbol der Kleinen, die im Kampf gegen Größere gewinnen, weil sie gewinnen müssen, fährt im Zug durch die wunderbare Symbolwelt.
Leitbild der Kinder, derjenigen, die den Halt verloren haben und neu erkämpfen müssen.
Ich werde dich kriegen, sag ihnen ich wusste es.
Sag es ihnen.
Ihnen, der Feind.
Wir, der Leser, stehen noch zwischen den Fronten. Zwischen Nimmerland und Realität, Traumwelt und Schmerz.
Es zerreisst einem das Herz. Viermal schreit es der Sänger heraus.
So betont gutgelaunt die Musik auch sein mag, sie kann nicht über die seelische Zerrissenheit, die hinter dem Text steht hinwegtäuschen.
Die direkte Aufforderung an uns folgt.
Sind wir bereit, bereit die Fesseln der Wirklichkeit hinter uns zu lassen und alles Schlechte auszublenden?
Ist das überhaupt die Lösung.
Ja, wahrlich der Sänger verfechtet es überzeugend, beinahe so sehr, dass wir über die Zweifel den Verstand zu verlieren drohen.
Verriete er sich nicht durch seine eigene Orientierungslosigkeit, vielleicht könnte er uns Nimmerlands Regenbogen schmackhaft machen.
Er wird uns kriegen, unsere kleine, engstirnige Welt aufmischen.
Komm schon.
Er ist der, der Neues verspricht.
Er geht weiter, komme was da wolle.
Nichts bringt ihn ins Stocken.
Hör hin, bis es dir die Ohren zerreisst und dann komm mit ins Land der Illusionen.
Doch dann der Fall. Die Erinnerung an eine Kindersendung. Lang lang ist es her, dass man so unbeschwert war.
Nein es gibt keine Rettung, weder für den Freund aus Kindertagen noch für ihn selbst.
Skippy, der Regen wird nicht kommen!

Always lived my life alone,
Been searching for the place called home.
I know that I’ve been cold as ice,
Ignored the dreams, too many lies.
Somewhere deep inside, Somewhere deep inside me,
I found … the child I used to be
And I know that it’s not too late
Never too late…

Ich lebte mein Leben schon immer allein
Suchte nach dem, was man Zuhause nennt
Ich weiss, ich war eiskalt
Ignorierte meine Träume, zuviele Lügen
Irgendwo tief drinnen, irgendwo tief in mir
Fand ich… Das Kind das ich zu sein pflegte
Ich weiss es ist noch nicht zu spät
Es ist nie zu spät

3 AM!
The painted cow !
Hiaaaaa!!
You ain’t stoppin` us now !
Wonderful human beings
Yeah ! I am the Junglist souldier.

3 Uhr morgens
Die angemalte Kuh
Hiaaaaaa
Du hälst uns jetzt nicht auf
Wunderbare Menschen
Yeah! Ich bin ein Dschungelisten Soldat

Come On! The rocket launcher stops ya.
It’s not a bird, it’s not a plane
It must be Dave who`s on the train
Wanna wanna get’cha, gonna gonna get’cha
Tell them that I told ya
YEAH!

Komm schon! Der Racketenwerfer hält dich auf
Es ist kein Vogel, es ist kein Flugzeug
Es muss wohl David im Zug sein
Ich will ich will dich kriegen, ich werde, ich werde dich kriegen
Sag ihnen ich habs dir gesagt
Yeah

Allright
Are you ready ? It’s not a game.
I chant so much, I turn you insane.
Wanna wanna get’cha, gonna gonna get’cha
Messing up the area
YEAH!

Passt so
Bist du bereit? Das ist kein Spiel
Ich singe so viel, ich treibe dich in den Wahnsinn
Ich will, ich will dich kriegen, ich werde, ich werde dich kriegen
Das Gebiet aufmischen
Yeah

Come On !
I am the freshman
Messing up the jam !
Turning up the stereo
Join the caravan

Komm schon
Ich bin der Frischmann
Ich mische die Marmelade/den Papierstau/die Ladehemmung auf
Ich drehe die Stereoanlage auf
Schliess dich der Karawane

Skippy, the rain won`t come !

Skippy, der Regen wird nicht kommen

Warum Gewalt Zeichen gegenseitiger Liebe ist:

Veröffentlicht in Menschen mit Tags , , , , , , am Februar 25, 2008 von celequickarts

Was sich neckt, das liebt sich.
Ok. Es ist vermutlich nicht die Schmetterlinge-im-Bauch-Herzchen-Augen-Liebe, aber doch zumindest die Möglichkeit von Zuneigung.
Ich meine der Typ dahinten im Cafe ist ein fettes Aas, dass die Kellnerin zum dritten Mal anschnauzt, irgendwie sabbernd wirkt und gerade mein gesammtes Ekel-Hass-Gefühl in Anspruch nimmt, ich würde ihm jedoch keine reinhauen wollen.
Ganz einfach, weil ich Angst hätte, meine Hand bliebe in einer Mischung aus Fett und Schweiss stecken.
Oder ich könnte mich am Widerlichkeitsfaktor anstecken.
Nein Berührungen mit solcherlei Menschen sind zu vermeiden.
Ich hatte auch nie das Bedürfnis Condoleezza Rice eine zu knallen. Schusswaffen vielleicht. Da kommt kein Kontakt zu stande.
Folglich haben Rassisten nichts gegen Ausländer.
Fänden sie diese nur halb so abstossend, wie sie behaupten, würden sie nicht regelmäßig in deren Arme fallen. (zugegebenermaßen meistens mit dem Ergebnis, dass einer ‘ne blutige Nase hat).
Nein, das Problem des Rassisten oder prügelnden Vaters, sind weder Maximalpigmentierte noch der Sohn.
Das Problem lag vielleicht bei den Eltern, oder der Arbeit.
Misserfolg, Frustration, Demotivierung, Hass.
Das Gefühl der Zug sei abgefahren, die Zeit rausche an einem vorbei wie im Traum und nur körperlicher Kontakt, physische Reize könnten noch Halt geben.
Frustriert wie einer ist, ist er jedoch auch sensibel, reagiert über, hört Vorwürfe, die er höchstens selbst gegen sich erhebt.
Also schlägt er zu, statt abzuknutschen.
Der beste Beweis, dass meine Theorie durchaus ab und an zutrifft sind Antifa und Rassisten.
Beide würden sich prima verstehen – prinzipiell.
Beide kloppen am liebsten auf Minderheiten ein, erlauben keine politische Meinung ausser der ihren und sind Arschlöcher.
Es heisst nicht umsonst, jemand sei so links, dass er rechts wieder rauskäme.

Frühling, ja du bist’s!

Veröffentlicht in Menschen mit Tags , , , , , , , am Februar 25, 2008 von celequickarts

Es ist Februar, recht warm.
Gestern hatte es noch 15°C!
Das bewegt einige meiner Mitbürger zu nicht wirklich überraschender Extrovertiertheit.
Und mich, ein altbekanntes Mörike-Gedicht zu zitieren:
„Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte“
Nebenbei auch die braun, orange geblümten Röcke einiger Damen und enthült bestenfalls presswurstpellenartige Leggins (bestenfalls schwarz).
Wer sich’s leisten kann geht als Toastbrot. Nicht blau meist violett, gold gestylt.
Und der Weihnachtsschmuck, dient all jenen bei denen das Solarium den Geldbeutel leerte nun als Ohrring-Ersatz.
„Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land“
Ich ahne allerdings nur Bratwurst und McDoof.
Ausschlaggebend dafür das besagte Leggins eben presswurstpellenartig wirkt.
Es scheint die Deutschen sind duldsam.
Der Partner darf ruhig fett werden. Es zählen doch sowieso die inneren Werte.
Wer innerlich schön ist, gleicht trotz aller optisch konträren Argumente einer Blume.
„Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!“
Und das Handy meines Bahnnachbarn.
Liebenswürdig wie der Kleine so zu sein scheint, informiert er mich gratis über das Neueste in Sachen Hiphop.
Sagte nicht schon Holmes, dass überflüssige Information nur den Platz für Wichtigeres verbrauche?
Der kleine, den ich im ersten Moment noch bemitleidete, ob seiner Stummelbeinchen, bis mein Blick höher wanderte und unfreiwillig Zeuge einer blau karierten Unterhose wurde strahlt mich an.
So klein ist er eigentlich nicht.
Vielleicht zwei Jahre jünger als ich und zwanzig Zentimeter größer.
Seine Nase ist von einem Pflaster bedeckt, wie ich es nur von Schlägern kenne, aber ein so netter Bursche schlägt sich sicher nicht.
Er ist ein ehrenwerter Mann. Das sind sie alle, alle ehrenswert!
Die Bahntüren öffnen sich und eine weitere Brise Bratwurst-Burger-Channel-Luft kitzelt meine Nase.
„Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!“

Kunstgeschichte

Veröffentlicht in Kultur, Kunst, Schule mit Tags , , , , , , , , , , , , , , , am Februar 25, 2008 von celequickarts

Ich habe in der 12. Klasse Kunst al vierstündiges Fach gewählt.
Hauptgrund war, dass ich gerne zeichne und derartige Aufgaben leicht umsetzen kann und wusste, dass ich mit diesem Fach Punkte holen konnte.
In Neuseeland hatte ich auch schon einmal Kunstgeschichte belegt und innerhalb eines halben Jahres gerne und viel über Klassizismus bis Impressionismus gelernt.
Ich glaubte nun Kunst und Kunstgeschichte als ein Fach zu haben, bedeute, die alten Meister kennenzulernen, Michelangelo zu kopieren und die Symbolik in Bau und Bild verstehen zu lernen.
Ich sollte bitter enttäuscht werden.
Themen 2007/2008 waren: Dürrer, Sander, Gehry, Kienholtz und das Freiburger Münster.
Kurz erklärt also ein selbstverliebter Altmeister und Realist, ein vergleichsweise unbekannter Photograph des 20./21. Jahrhunderts, ein größenwahnsinniger Architekt, ein völlig verrückter Anhänger moderner Kunst und ein Kirchenbau, der mir gelegen kam, weil Heimatstadt, sich aber als stupides Pauken der Figurenaufstellung entpuppte.
Dürrer und das Münster waren zumindest Klassiker.
Ästhetisch, wegweisend, symbolgeladen.
Sander war als Photograph zwar nicht überwältigend, aber überzeugend.
Gehry und Kienholtz stießen mir bitter auf.
Gehry ist verantwortlich z.B. für das Guggenheim-Museum Bilbao, ein vergleichsweise schöner Bau.
Andere Werke zeichnen sich durch funktionsunfähigkeit aus und dadurch, nicht im Geringsten in ihre Umgebung zu passen und schlimmstenfalls wirken sie konzeptlos.
Kienholtz bastelt aus Unrat abstossende, unbeholfene Figuren und Installationen. Ihm ist immerhin noch zugute zu halten, dass das abstossende gewollt ist, er gesellschaftskritisch ist.
Würde das Wollen nur reichen!
Zum Vergleich meine, zugegebenermaßen kleine Schar an Favoriten:
Ich verehre die Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts, teils noch des 18.: Blake, Ingre, David, Klimt, Dicksee, Waterhouse, Burns.
Engländer, Franzosen, Deutsche.
Ihre Kunst ist der Perfektionismus, die Ästhetik und die Details.
Symbolik und Darstellung sind neben ihrer Schönheit durchaus politisch und gesellschaftskritisch, oft auch Dokumentation der menschlichen Psyche.
Nennt mich oberflächlich – Ich mag das Schöne.
Also sitze ich nun wöchentlich meine vier Stunden ab, höre mir an, dass die Welt mit dem Alten Testament begann und Hässlichkeit Ausdruck tiefgründiger Gesellschaftskritik ist.
In Gedanken reise ich in eine klassizistische Vill, voll der Gemälde der Präraphaeliten. Ein gutaussehender Mitfünfziger mit Zigarre und Whiskey liest Blakes „Songs Of Experience“ während beinahe unhörbar Wagners „Erdas Warnung“ durch die hohen Räume halt.
Zurückgerissen durch der Lehrerin Stimme, frage ich mich:
Wo bleibt die Lehre grundlegender Erkenntnisse der Kunst?
Farbenlehre? Proportionen? Symbolik?
All dies wird heute kurz oder gar nicht behandelt.
Die Moderne regiert absolutistisch.
Das Alte: Zu idealistisch, oberflächlich, gestellt.
Dummfug!

Sichtweisen und Standpunkte

Veröffentlicht in Konsum mit Tags , , , , , , am Februar 24, 2008 von celequickarts

Ich habe einen Handy-Vertrag abgeschlossen.
Bei O2.
Und ein Sony Ericsson w910i habe ich dazu gekauft.
Monatl. Gebühr 10€, 2 Jahre, plus Vertragsgebühren.
Noch einmal 10€.
Dafür erhalte ich 100 Freiminuten und 150 FreiSMS.
Eine höfliche, adrette Frau setzte mit mir den Vertrag auf.
Ich fragte sie, nervös und ungeschickt wie ich bin, gleich zwei mal nach den monatlichen Kosten.
„20 Euro im Monat? Das stimmt so?“ „Genau. Ausser natürlich sie telefonieren oder schreiben mehr.“
Ich war begeistert.
Mein bisheriger Vertrag war alt und dementsprechend strukturiert und teuer.
Mein Neuer war nun aktiv. Am 14.02.
Am 20. stattete ich dem blauen Geschäft einen erneuten Besuch ab.
Das Netzteil hatte nicht funktioniert.
Man versprach mir einen Ersatz – Ich weigerte mich mein Handy abzugeben, um es einzuschicken – für den nächsten Tag.
Das funktionierte am 21. dann auch. Obwohl ich am besagten Tag noch zwei mal kommen musste, weil niemand von nichts wusste und ich auf den einzigen informierten Mitarbeiter zu warten hatte. (Bis dahin 4 Besuche in einer Woche…)
Aber da dies zum Großteil Sonys Schuld zu sein schien ärgerte ich mich nicht weiter, sondern war nur leicht genervt.
Dann kam die erste Rechnung.
Bestellter Weise an meine Mailaddresse.
An diese kam jedoch nur die Information, dass die Rechnung existierte, ich jedoch zuersteinmal einen Kunden-Account einzurichten und dann ein PDF-file herunterzuladen hätte.
Heute tat ich dies.
Und war dezent erstaunt über die Sichtweise meines O2 Shops.
Eine Rechnung vom 15.01.-14.02. war da.
Erster Shock die Datierung.
Dann las ich genauer.
Stellte fest, dass da ein Grundpreis von etwa 50 Cent zu sein schien. (Meiner Ansicht nach hätten es 10 Euro sein sollen, aber sicher nicht in diesem Zeitraum).
Dann war da eine bislang unerwähnt gebliebene Mehrwertsteuer die alles in allem ca 5 Euro betrug.
Und ein ebenfalls unerwähnt gebliebener Anschlusspreis (ca 20 Euro) sowie Gesprächskosten – Haha wann sollen die denn gewesen sein – von ca 10 Cent.
Ich bin Laie und vermutlich einfach nicht in der Lage das komplexe und geniale System von O2 zu durchschauen, aber ich fühle mich schlicht und einfach:
Über’s Ohr gehauen.
Danke O2.
Und bis morgen!

Harald Schmidt: Der Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv

Veröffentlicht in Literatur mit Tags , , , , , , , , , am Februar 24, 2008 von celequickarts

Ich mag Harald Schmidt.
Besonders seine Playmobil Inszenierung eines Jünger Textes habe ich mir schon mehrfach angesehen.
Und als ich nun unlängst nach der Lektüre von Schillers „Die Räuber“, nach einem Unterhaltungsbuch suchte, kam ich nicht umhin Schmidts Kolumnen-Sammlung zu kaufen.
Im Gegensatz zu den Räubern fand ich schon am Vorwort großen Gefallen.
Herrn Schmidts Art die Menschen um sich, ihr teils scheinbar widersinniges Verhalten und die Absurditäten und Moden des 21. Jahrhunderts zu kommentieren reicht von belanglos bis genial.
Sicher trifft auch der charmante Fiesling nicht immer den richtigen Ton und ist manchmal schlicht gezwungen komisch, aber nicht selten muss man eben doch lächeln.
Ich war erleichtert – Ich gebe es offen zu – mich nicht allzu oft in seinen Beschreibungen wiederzufinden und konnte somit beinahe ohne bitteren Beigeschmack die Lästerei und Boshaftigkeit von Deutschlands letztem Komiker genießen.
Manchmal deckten sich die Sichtweisen, manchmal fühlte ich mich ertappt. In jedem Falle bot der schmale KiWi Band angenehme Entspannung zwischen Deutsch- und Englischklausur.
Belanglos oder doch zum Nachdenken anregend?
Herrn Schmidts Kollektion seiner Focus-Kolumnen ist sowohl das Eine als auch das Andere.
Es ist empfehlenswert, wie er selbst sagt zum Verschenken, aber, wie ich hinzufügen möchte durchaus auch zum Selberlesen.
Es ist leichte Lektüre mit ernsten Zwischen-den-Zeilen-Ideen und schwarzem Humor.
Und es ist von einem intelligenten Mann für halbwegs intelligente Menschen.
Quasi ein Gespräch bei Wein und Zigarette (Herr Schmidt erklärt uns ja ausgiebig, warum er passionierter Passivraucher ist…) in Buchform.
Lächeln garanitert

Blut Gehirn Massaker

Veröffentlicht in Filme, Literatur, Menschen mit Tags , , , , , , , , , , , , , , , , am Februar 23, 2008 von celequickarts

Wieso sehen sich Menschen Filme an, in denen ihresgleichen gefoltert, zerlegt und anschliessend zur Schau gestellt wird?
Man stelle sich nur einmal Kater Tommi dabei vor, wie er die überfahrene Nachbarskatze mit zufriedenem Schnurren begafft.
Nein ein unpassender Vergleich. Das Video, dass das Überfahren von Nachbars Katze zeigt. Die selbstredend noch lebt.
Aber da Katzen in ihrer Klugheit erkennen, dass Bildschirme keine lebenden Wesen zeigen, interessieren sie sich nicht für jene und schauen weg.
Wir schauen hin.
Johlen, wenn das MG ordentlich abgeht und wenn dann noch die Claymoore Mine Urwald UND feindliche Armee (Stichwort schlitzäugige Komunisten-Militär-Junta, Stichwort Rambo) gleichzeitig zerfetzt, werden schon einige Äuglein feucht.
Es ist wohl weniger der Gedanke an den morgigen Amoklauf, oder die heissersehnte Rache an dem Flittchen, dass dreister Weise unsere große, einzige, unwiderbringliche Liebe zuerst ergatterte.
Es ist viel mehr die allgemeine Freude daran, dass jemand genau das tut, was wir uns beschämender Weise beim Anblick der letzten, zukünftigen Altersvorsorge überlegten.
Ob Hannibal oder Jigsaw: Killer mit Intellekt sind in.
Sie kleiden sich gut, haben Oscar Wilde gelesen oder zumindest Sartre und konsequenterweise geschlossen, dass die heutige Gesellschaft keinem Ideal mehr gerecht wird und dies nicht einmal durch grundlegende Tugenden ausgleichen kann und folgerichtig dafür bestraft werden muss.
Wir fleischlichen Zuschauer (und Leser), mehrheitlich teil der beschriebenen Gesellschaft und mehrheitlich tugendbefreit können, dürfen und sollten lieber von solcherlei Plänen absehen, zumal die wenigsten den IQ besäßen das Happy End (für den charmanten Intellektuellen mit Hang zum Sadismus) zu erreichen und bestenfalls noch die schnike Polizistin mit erlesenem Dinner und anschliessendem Nachtisch zu verwöhnen.
Nein die Gewaltbereitschaft fördern solche Filme nicht.
Entweder sie ist sowieso schon vorhanden oder sie ist es nicht.
Langweilige Dialoge, in richtigem Maß gesetzt ersticken sowieso geschickt den Wunsch sich in den Film hineinzuversetzen im Keim.
Wer seine gepflegte Aggression angestachelt sehen möchte, sollte lieber um halb eins an eine Stadtkernnahe Tankstelle gehen, als sich Saw 4 anzusehen oder Der Rote Drache zu lesen.
Letzteres ist sowieso eher Motivationslektüre für Blake-Liebhaber.
Es ist vielmehr die Erkenntnis, dass Genies unter uns weilen, die mit der Präzision eines Schweizer Uhrendesigners Folterwerkzeuge herzustellen vermögen und mit der Belesenheit eines Parts des bekanntesten Quartets Deutschlands zubeissen.
Und durchkommen.
Zumindest meistens.
Es ist die Erkenntnis das klassische Bildung und ein solides Maß an Lebensweisheit immer noch zum Guten führen. (Stichwort Dinner mit schniker Polizistin)

Die Breite Masse

Veröffentlicht in Menschen mit Tags , , , , , , , , am Februar 22, 2008 von celequickarts

Es ist Freitag Morgen: 7:45.
Zusammengefasst fühle ich mich in dieser Minute:
Müde, schlapp, leicht überfordert.
Aktuellen Essays nach, gehöre ich damit einer großen Gruppe schulsystem-frustrierter Gymnasiasten an.
Ausserdem schreibe ich ein Blog.
Was mich einer noch größeren Gruppe junger Frauen und Mädchen zuordnet, die selbstbewusst mit Medien arbeiten und freizügig Partikel ihrer Idenität über das omnipotente Web 2.0 verteilen.
Selbstbewusst, aber frustriert und ausserdem vielbeschäftigt wie ich vorgebe zu sein, bin ich selbstredend, die Klischees erfüllend Single.
Dank der großartigen Individualisierung der letzten 20-40 Jahre, sind wir heute so einfach in Schubladen einzuordnen – Spiegel Focus und Harald Schmidt beweisen es.
Die Frage ist: Was machen mit dem neuen , vorhersehbaren Individualisierung?
Wünschen wir Abgrenzung von der vorigen Generation, haben wir sowieso verloren.
Unsere Eltern sind aufgeklärt worden: Sie kennen die Risiken von Kondom und Pille, geben ihre Unterschrift zum Piercing und nehmen Leistungsabnahme mit motivierenden Sprüchen einfach hin.
Wünschen wir Anerkennung, müssen wir verstehen, wie die Gruppe funktioniert:
Es gibt Aussenseiter, Mitläufer und Trendsetter.
Aussenseiter sind die Subgruppenangehörigen, auf den ersten Blick anders, auf den zweiten dennoch zugehörig.
Es gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.
Mitläufer wandeln sich, wenn sich alle wandeln.
Sind, was alle sind.
Trendsetter sind vorweg oder zumindest so verdammt schnell, dass man dies meint.
Der Aussenseiter sammelt Punkte durch den Grad seiner Extremität.
Der Mitläufer sammelt kaum welche. Er punktet höchstens durch soziale Fähigkeiten und Perfektion.
Der Trendsetter ist sozial, aber arrogant, perfekt aber so schnell, dass er Gefahr läuft Aussenseiter zu sein und dann ist er nicht mehr extrem genug.
Wir haben es schwer, sind frustriert aber selbstbewusst genug dies zuzugeben.
Würden wir jedoch Geld über dieses Punktesystem verdienen, wären die meisten von uns ander vielbesprochenen, finanziellen Armutsgrenze.
So sind sie es nur geistig.
Das System erfordert derart viel Aufmerksamkeit, dass für die klassische Bildung keine verbleibt.
Und hier verlieren wir Punkte an die vergangene Generation.
Aber immerhin dürfen wir uns dann selbstzufrieden sagen:
Es sind doch die interessierten, sozialen Alt-68er, die uns jetzt Levis-Jeans und Channel-Perfum verkaufen…